Im Ortbetonbau entscheidet nicht allein der Preis der Schalung über die Wirtschaftlichkeit eines Projektes. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie effizient das vorhandene Schalungsmaterial über den gesamten Bauablauf eingesetzt wird. Genau hier setzt eine durchdachte Schaleinsatzplanung an.
Was ist eine Schaleinsatzplanung?
Die Schaleinsatzplanung legt fest, welches Schalungsmaterial wann, wo und in welcher Menge benötigt wird.
Dafür wird das Bauwerk in sinnvolle Betonier- und Schalungsabschnitte gegliedert. Anschließend wird geplant, wie die Schalung von einem Abschnitt zum nächsten weitergetaktet werden kann.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen:
- Betonierabschnitte und Bauzeit
- Mannschaftsstärke und geplante Taktleistung
- verfügbare Kran- und Gerätekapazitäten
- eingesetzte Schalungssysteme
- Vorhaltemengen
- Umsetzvorgänge
- Ausschalfristen
- Baustellenlogistik
- vorhandenes Eigenmaterial und Mietmaterial
Das Ziel ist einfach formuliert:
So viel Schalung wie notwendig – aber nicht mehr als erforderlich.
Mehr Schalung bedeutet nicht automatisch mehr Leistung
In der Praxis wird fehlende Zeit in der Arbeitsvorbereitung häufig durch zusätzliche Schalungsmengen kompensiert. Das schafft zwar Reserven auf der Baustelle, ist aber nicht zwangsläufig wirtschaftlich. Mehr Schalung bedeutet höhere Miet- oder Vorhaltekosten, mehr Transporte, mehr Fehl- und Defektmaterial, höhere Sanierungskosten, einen höheren Platzbedarf und zusätzlichen Aufwand für Manipulation und Logistik.
Zu wenig Material ist allerdings ebenso problematisch. Fehlen einzelne Elemente oder Zubehörteile im richtigen Moment, können Arbeitsabläufe unterbrochen und ganze Betoniertakte gefährdet werden.
Eine gute Schaleinsatzplanung sucht deshalb nicht nach der maximalen, sondern nach der optimalen Schalungsmenge für den geplanten Bauablauf.
Der Betoniertakt bestimmt den Materialbedarf
Bevor Schalungsmengen festgelegt werden, muss der geplante Bauablauf verstanden werden. Welche Abschnitte können sinnvoll betoniert werden? Wie viele Arbeitstage stehen je Takt zur Verfügung? Welche Leistung kann die Mannschaft realistisch erreichen? Wann kann ausgeschalt und umgesetzt werden? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich der tatsächliche Materialbedarf sinnvoll bestimmen.
Eine gute Schaleinsatzplanung verbindet daher:
Bauablauf → Betoniertakt → Schalungssystem → Mannschaft → Materialbedarf → Logistik
Diese Faktoren getrennt voneinander zu betrachten, führt häufig zu unnötigen Kosten oder ineffizienten Abläufen.
Die wirtschaftlichste Schalung ist nicht immer die günstigste Schalung
Beim Vergleich verschiedener Schalungsanbieter wird häufig stark auf Mietpreise und Materialkosten geachtet. Für die tatsächliche Wirtschaftlichkeit auf der Baustelle reicht dieser Vergleich jedoch nicht aus.
Ein Schalungssystem kann beim Materialpreis günstiger sein und trotzdem höhere Gesamtkosten verursachen – beispielsweise durch höheren Montageaufwand, mehr Einzelteile, ungünstige Umsetzvorgänge, längere Arbeitszeiten oder höhere Nachlaufkosten.
Entscheidend sind daher die Gesamtkosten des Schalungsprozesses.
Dazu gehören neben Miete und Material insbesondere Arbeitszeit, Logistik, Transporte, Vorhaltedauer und die erreichbare Taktleistung.
Planung muss auf der Baustelle funktionieren
Eine Schaleinsatzplanung ist kein statisches Dokument. Der tatsächliche Bauablauf kann sich verändern. Termine verschieben sich, Mannschaftsstärken ändern sich oder einzelne Bauabschnitte werden vorgezogen. Deshalb sollte die Planung während der Ausführung laufend mit dem tatsächlichen Baufortschritt abgeglichen werden. Material kann früher zurückgegeben, zwischen Bauabschnitten umgesetzt oder bei Bedarf gezielt ergänzt werden.
So wird aus einer Planung ein Werkzeug für Bauleitung und Polier.
Herstellerunabhängig zur wirtschaftlichen Lösung
Je nach Projekt können unterschiedliche Systemschalungen und Anbieter ihre jeweiligen Vorteile haben. Deshalb betrachten wir bei Wimmer Baumeister das Projekt herstellerunabhängig. Wir analysieren Bauablauf und Anforderungen, entwickeln Takt- und Schalungskonzepte und unterstützen bei der Auswahl und dem Vergleich geeigneter Systeme und Schalungslieferanten. Unsere Leistungen reichen dabei von der Arbeitsvorbereitung über Taktplanung, Schaleinsatzplanung und Materialermittlung bis zur Materiallogistik während der Bauausführung.
Bei komplexen Bauteilen unterstützen wir zusätzlich bei Sonderlösungen und Ablaufoptimierungen.
Am Ende zählt das Ergebnis
Nach Abschluss der Ortbetonarbeiten sollte deshalb noch eine Frage beantwortet werden:
Hat unsere Planung auch wirtschaftlich funktioniert?
Eine strukturierte Nachkalkulation zeigt, welche Taktleistungen tatsächlich erreicht wurden, wie sich die Schalungsmengen entwickelt haben und wo Abweichungen gegenüber der Kalkulation entstanden sind.
Diese Erkenntnisse sind nicht nur für das abgeschlossene Projekt wertvoll.
Sie schaffen belastbare Kennzahlen für die Kalkulation, Arbeitsvorbereitung und Schalungsvergabe zukünftiger Bauvorhaben.
Unser Ansatz bei Wimmer Baumeister: Schalungskosten entstehen auf der Baustelle – beeinflusst werden sie bereits in der Arbeitsvorbereitung.
Eine gute Schaleinsatzplanung verbindet deshalb Planung und Baustellenpraxis mit einem klaren Ziel: Weniger unnötige Vorhaltung. Klare Betoniertakte. Effiziente Arbeitsabläufe. Wirtschaftlicher Ortbetonbau.
Sie planen ein Ortbetonprojekt und möchten Schalungseinsatz und Bauablauf bereits vor Baustart optimieren? Sprechen wir darüber – idealerweise bereits in der Kalkulations- oder Arbeitsvorbereitungsphase.