Schalungsausschreibung: Warum der günstigste Mietpreis nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung ist

Ortbetonbau – Detail eines Schalungssystems

Bei der Vergabe von Schalungen werden Angebote unterschiedlicher Hersteller und Lieferanten miteinander verglichen. Mietpreise, Kaufmaterial, Frachtkosten und Rabatte lassen sich relativ einfach gegenüberstellen.

Doch genau hier liegt eine Gefahr:

Der günstigste Materialpreis bedeutet nicht automatisch die niedrigsten Schalungskosten.

Denn die eigentlichen Kosten entstehen im Zusammenspiel von Material, Arbeitszeit und Bauablauf und vor allem der benötigten Materialmenge, sowie der schlussendlich benötigten Mietdauer.

Vergleichbare Grundlagen schaffen

Damit Angebote verschiedener Schalungsanbieter sinnvoll verglichen werden können, müssen zunächst dieselben Anforderungen definiert sein. Dazu gehören beispielsweise:

  • geplante Betonierabschnitte
  • Taktfolge
  • erforderliche Schalungsflächen
  • Vorhaltemengen
  • Schalungssysteme
  • Zubehör und Verbindungsmittel
  • Sonderlösungen
  • Mietdauer
  • Liefer- und Rücklieferkonzept
  • Planungsleistungen
  • Serviceleistungen

Je genauer diese Grundlagen definiert sind, desto aussagekräftiger wird der Angebotsvergleich.

Nicht nur Materialkosten vergleichen

Zwei Schalungssysteme können dieselbe Aufgabe erfüllen und dennoch völlig unterschiedliche Auswirkungen auf die Baustelle haben. Ein System kann beispielsweise geringere Mietkosten verursachen, gleichzeitig aber einen höheren Montage- oder Umsetzaufwand erfordern.

Deshalb betrachten wir neben den unmittelbaren Materialkosten auch Faktoren wie:

Montageaufwand · Arbeitszeit · Kranbedarf · Umsetzvorgänge · Vorhaltedauer · Logistik · Sonderteile · Taktleistung

Erst daraus ergibt sich ein realistisches Bild der Wirtschaftlichkeit.

Der Faktor Arbeitszeit

Gerade im Schalungsbau ist die Arbeitszeit ein wesentlicher Kostenfaktor. Bereits kleine Unterschiede beim Aufwand pro Quadratmeter können sich bei großen Schalungsflächen erheblich auf die Gesamtkosten auswirken.

Deshalb sollte bei der Systementscheidung immer gefragt werden:

Welche Mannschaftsleistung kann mit diesem System unter den konkreten Baustellenbedingungen realistisch erreicht werden?

Ein höherer Materialpreis kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn dadurch Arbeitszeit eingespart oder der Bauablauf beschleunigt wird.

Eigenmaterial, Miete oder Kombination?

Auch vorhandenes Schalungsmaterial des Bauunternehmens sollte in die Betrachtung einbezogen werden.

Nicht immer ist eine vollständige Mietlösung sinnvoll. Je nach Projekt kann eine Kombination aus Eigenmaterial, Mietmaterial und projektspezifischen Sonderteilen die wirtschaftlichste Variante darstellen. Entscheidend ist eine Betrachtung des gesamten Bauablaufs.

Herstellerunabhängige Bewertung

Schalungshersteller verfügen über hervorragende Systeme und umfangreiches technisches Know-how. Naturgemäß entwickelt jeder Anbieter seine Lösung jedoch auf Basis des eigenen Produktportfolios. Als unabhängiger Partner betrachten wir das Projekt aus Sicht des Bauunternehmens.

Welches System passt am besten zu diesem Bauwerk, diesem Bauablauf und dieser Baustellenmannschaft?

Auf dieser Grundlage können unterschiedliche Angebote technisch und wirtschaftlich bewertet werden.

Unser Ansatz bei Wimmer Baumeister

Wir unterstützen Bauunternehmen bereits bei der Vorbereitung der Schalungsausschreibung. Gemeinsam definieren wir Takte, Mengen und Anforderungen, schaffen vergleichbare Ausschreibungsgrundlagen und unterstützen anschließend bei der Bewertung der angebotenen Lösungen.

Unser Ziel:

Nicht den niedrigsten Einzelpreis finden – sondern die wirtschaftlichste Gesamtlösung für den Ortbetonbau. Denn eine gute Schalungsvergabe beginnt mit einer guten Arbeitsvorbereitung.

Sie stehen vor einer Schalungsvergabe?

Wir unterstützen Sie herstellerunabhängig von der Definition der Anforderungen über den Angebotsvergleich bis zur Umsetzung auf der Baustelle.

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