Mit dem letzten Betoniertakt und der Rückgabe der Schalung ist ein Projekt aus wirtschaftlicher Sicht noch nicht abgeschlossen.
Jetzt steht eine Frage im Mittelpunkt:
Haben unsere Annahmen aus der Kalkulation tatsächlich funktioniert?
Eine strukturierte Nachkalkulation liefert darauf Antworten – und schafft gleichzeitig wertvolle Grundlagen für zukünftige Projekte.
Von Annahmen zu echten Kennzahlen
In der Kalkulation müssen viele Leistungen angenommen werden.
- Wie viele Arbeitsstunden benötigen wir?
- Welche Taktleistung erreichen wir?
- Wie lange benötigen wir die Schalung?
- Welche Materialmenge ist erforderlich?
- Wie hoch ist der Aufwand für Sonderlösungen?
Nach Projektabschluss liegen die tatsächlichen Werte vor. Genau deshalb ist die Nachkalkulation so wertvoll.
Soll und Ist vergleichen
Wir stellen die ursprünglichen Annahmen den tatsächlichen Projektdaten gegenüber.
Betrachtet werden beispielsweise:
- tatsächliche Arbeitsstunden
- Schalungsleistung je m²
- erreichte Taktzeiten
- tatsächliche Vorhaltedauer
- eingesetzte Schalungsmengen
- Miet- und Transportkosten
- Sondermaterial
- zusätzliche Lieferungen
- Rücklieferungen
- Abweichungen im Bauablauf
Entscheidend ist dabei nicht nur festzustellen, dass eine Abweichung entstanden ist. Viel wichtiger ist:
Warum ist sie entstanden?
Warum war ein Takt schneller oder langsamer?
- Vielleicht war die geplante Mannschaftsstärke nicht verfügbar.
- Vielleicht war eine Bauteilgeometrie aufwendiger als angenommen.
- Vielleicht hat das eingesetzte Schalungssystem besonders gut funktioniert.
- Oder die geplante Materialmenge war höher als tatsächlich erforderlich.
Solche Erkenntnisse sind für die nächste Kalkulation wesentlich wertvoller als theoretische Leistungsansätze.
Wissen aus der Baustelle sichern
In Bauunternehmen entsteht täglich enormes praktisches Wissen. Viel davon befindet sich jedoch ausschließlich in den Köpfen von Bauleitern und Polieren. Mit einer strukturierten Nachkalkulation können diese Erfahrungen in verwendbare Unternehmenskennzahlen überführt werden. Dadurch entsteht mit jedem Projekt eine bessere Datenbasis.
Die nächste Vergabe beginnt beim letzten Projekt
Bei einem neuen Bauvorhaben können die gewonnenen Werte wieder verwendet werden.
Welche Schalungsleistung haben wir mit diesem System tatsächlich erreicht?
- Welche Mannschaftsstärke war optimal?
- Welche Vorhaltemenge hat ausgereicht?
- Wo lagen unsere tatsächlichen Kosten?
- Welche Sonderlösungen haben funktioniert?
Damit basiert die nächste Kalkulation zunehmend auf eigenen Erfahrungswerten statt ausschließlich auf Annahmen.
Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Für uns gehören Kalkulation und Nachkalkulation deshalb zusammen.
Kalkulieren → Planen → Ausführen → Messen → Auswerten → Verbessern
Mit jedem Projekt steigt die Qualität der eigenen Kennzahlen. Langfristig können dadurch Kalkulationen präziser, Vergabeentscheidungen fundierter und Arbeitsabläufe wirtschaftlicher werden.
Unser Ansatz bei Wimmer Baumeister
Wir betrachten den Ortbeton- und Schalungsprozess über den gesamten Projektverlauf:
Kalkulation → Schalungskonzept → Taktplanung → Ausschreibung & Vergabe → Schaleinsatzplanung → Materiallogistik → Ausführung → Nachkalkulation
Damit endet unsere Unterstützung nicht zwangsläufig mit der Fertigstellung des Rohbaus.
Wir werten gemeinsam aus, welche Ansätze funktioniert haben und wo Optimierungspotenzial besteht.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse schaffen die Grundlage für das nächste Projekt.
Denn die beste Kalkulationsgrundlage für die Zukunft sind die Erfahrungen aus den eigenen Baustellen. Sie möchten Ihre Erfahrungswerte aus dem Ortbetonbau systematisch für zukünftige Projekte nutzen? Sprechen wir darüber.